Hungersnot in Afrika : Schlecht regiert

Eine Dürre muss keine Hungersnot auslösen wie jetzt in Ostafrika. Aber wenn viele ungünstige Umstände zusammenkommen, ist sie fast unausweichlich. Genau das passiert zurzeit. Zwei ausgefallene Regenzeiten werden zur Katastrophe, weil am Horn von Afrika schwache oder gar keine Staaten existieren, die noch dazu entweder untereinander oder intern im Krieg sind. In Somalia herrscht seit 20 Jahren mit mehr oder minder hoher Intensität ein Bürgerkrieg, seit vier Jahren wieder mit vielen Opfern. Die steigenden Lebensmittelpreise, unter denen auch diejenigen leiden, die nicht unmittelbar hungern, führen nun zu einer weiteren politischen Destabilisierung. In Uganda gibt es seit Wochen Proteste gegen die hohen Preise. In Kenia fangen sie gerade an. Im kommenden halben Jahr brauchen mehr als zehn Millionen Menschen Nothilfe. Dafür muss auch die Bundesregierung einen größeren Batzen zur Verfügung stellen, als sie bisher bereit war zu geben. Denn ihre Wähler legen keinen Wert darauf, live dem Sterben unterernährter Kinder zuzusehen. Auf lange Sicht braucht das Horn von Afrika aber eine bessere Vorbereitung auf Krisen – und bessere Regierungen. deh

0 Kommentare

Neuester Kommentar