Meinung : Hupkonzerte

„Hochbetagt“ vom 3. November und „85-jähriger Radler stirbt nach Unfall“

vom 26. Oktober

Jeder Unfall ist einer zu viel. Dem können sicher alle Mitbürger zustimmen.

Zwei tödliche Unfälle von Radfahrern auf der Fahrbahn in einer Woche sind nicht nur zwei zu viel, sondern der Rücksichtslosigkeit von Kfz-Führern geschuldet. Die von Herrn Schwarz benannten „Bordsteinradwege“ sind seit Jahren in der Kritik, da Radfahrer dort weder sicher noch unfallfrei fahren, sondern alltäglich zwischen Pest (unachtsame Fußgänger) und Cholera (tödlich abbiegende Kfz, plötzlich öffnende Autotüren, querende Kfz an Grundstückszufahrten) wählen dürfen. Radfahrer sind Teil des Verkehrs und sind damit auf der Fahrbahn zu führen. Nicht ohne Grund wurde 1998 (!) die Radwegebenutzungspflicht in Berlin im Wesentlichen aufgehoben. An großen Straßen zuletzt am Kaiserdamm in Charlottenburg.

Der Leserbeitrag von Herrn Schwarz suggeriert, dass der 85-Jährige sich falsch verhalten hätte, da angeblich eine Fahrbahnbenutzung verboten gewesen sei. Dem muss hier mit aller Deutlichkeit widersprochen werden. Manche Kfz-

Führer wollen bis heute nicht zur Kenntnis nehmen, dass Radfahrer in großen

Bereichen der Stadt auf der Fahrbahn

fahren dürfen, und reagieren auf Radler auf der Fahrbahn mit Hupkonzerten, Drängeln und auch schwerer Nötigung oder Wischwasserduschen im Straßenverkehr.

Dies ist eine alltäglich erlebte chaotische Situation, die keinesfalls von Radfahrern, sondern von Kfz-Führern erzeugt wird. Radfahrer älter als zehn Jahre haben auf den Gehsteigen nichts zu suchen, außer sie begleiten tatsächlich ihre Kinder unter zehn, denn das gehört zur Aufsichtspflicht der Erwachsenen. Die Unsitte Einzelner, sich abweichend von Verkehrsregeln zu verhalten, ist kein Freifahrtschein, nach StVO korrekt auf der Fahrbahn fahrende Radfahrer beim Überholen durch fehlenden Abstand und fehlende Rücksichtnahme in Gefahr oder, wie leider in der Fischerhüttenstraße zu beklagen, zu Tode zu bringen.

Peter Weis, Kleinmachnow

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