ICC : Berlins Mahnmal

Hätten Sie die Wahl, an Pest, Cholera oder Magenkrebs zu erkranken – was wäre Ihnen am liebsten? So eine blöde Frage, denkt jeder, solange er nicht das ICC vor Augen hat. Das Internationale Congress Centrum, die unverwechselbare, wenn auch ungeliebte Kongressmaschine Berlins, ist nämlich unheilbar krank. Eine Genesung aus öffentlichen Mitteln scheint unbezahlbar. Private Retter, Ölscheichs oder andere Milliardäre, die ihr Geld in ein spannendes Risikoprojekt stecken wollen, sind nicht in Sicht. Deshalb wird jetzt wieder einmal über den Abriss des Mammutbaus nachgedacht, wie schon mehrfach in den vergangenen 15 Jahren. Bisher ohne Ergebnis, denn jeder Politiker, der in Berlin etwas zu sagen hat, mochte bisher die Verantwortung dafür nicht übernehmen. Eine ganze Stadtregion samt lebenswichtiger Verkehrsadern würde nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen. Ganz zu schweigen von der dreistelligen Millionensumme, die es kosten würde, nur um zwischen Messedamm und Stadtautobahn letztlich Rollrasen verlegen zu können. Soll das ICC nach der Schließung Anfang 2014 doch einfach stehen bleiben: Als Mahnmal der Berliner Baupolitik. za

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