Meinung : „Ich brauche Vertrauen …

Michael Rosentritt

… aber es darf sich nicht jeder einfach nur auf mich verlassen.“

Der Mann mit der Nummer 13 war grandios. Viele hatten ihn scheitern sehen wollen am Dienstag, in diesem ersten Spiel der Deutschen bei der Fußball-Europameisterschaft gegen Holland. Doch nach dem überraschenden 1:1 wurde Michael Ballack, der überragende Mann auf dem Platz, zum „Man of the Match“ gewählt. Nebenbei räumte er mit einem Klischee auf: Der 27-Jährige ist nicht der Dressman-Kicker, der über den Platz stolziert, der Zweikämpfen aus dem Weg geht und in wichtigen Spielen nicht zu sehen ist. Am Dienstag hat er gegrätscht wie kaum ein anderer, war überall auf dem Rasen unterwegs und hat die Mannschaft zu einer kaum für möglich gehaltenen Leistung geführt.

Ballack ist der einzige echte Star in der deutschen Mannschaft. Er holt sich die Bälle in der eigenen Hälfte, überbrückt mit geschicktem Passspiel das Mittelfeld und ist zugleich der erfolgreichste Torschütze. Mit einer an Franz Beckenbauer erinnernden Leichtigkeit lenkt er die Blicke der Mitspieler und Zuschauer auf sich. Innerhalb der Mannschaft ist er angesehener als der Egomane Oliver Kahn.

Über Chemnitz, Kaiserslautern und Leverkusen landete er vor zwei Jahren beim FC Bayern. Dass es in München nicht so läuft, führen viele auf das dort fehlende Spielsystem zurück. Seit Wochen provozieren die Münchner seinen Weggang. Der FC Barcelona ist interessiert und bietet 15 Millionen Euro Ablöse.

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