Ich habe verstanden : Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs

Es sieht nicht gut aus für den deutschen Mann in dieser Woche, egal was er macht oder vorhat: Entweder sind die Frauen schon da oder sie haben die Sache bereits erledigt, für ihn bleibt nichts zu tun.

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Vielleicht dachte sich das auch Roland Koch, als er am Dienstag sagte, er wolle bald mit der Politik nix mehr zu tun haben. Vielleicht dachte er dabei an Angela Merkel und ein bisschen auch an Andrea Ypsilanti und vielleicht hat er auch mit Jürgen Rüttgers telefoniert um sich sein Klagen über Hannelore Kraft anzuhören – Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs.
Sie spielen im Moment einfach keine Rolle, die Hauptrolle spielt sogar ein 19-jähriges Mädchen aus Hannover, Lena Meyer-Landrut, und das völlig zurecht. Samstag singt sie beim „Eurovision Song Contest“, nicht Mehrzad, nicht Menowin – was machen die eigentlich dieses Wochenende?
Ins Kino gehen ja schon mal nicht, denn da läuft „Sex and the City 2“, und auch wenn man schon Überschriften dazu gelesen hat wie „Noch langweiliger!“ (wahrscheinlich getextet von einem Mann), werden sich das die Frauen und die Mädchen anschauen, sie werden die Kinos stürmen und die Säle einnehmen und in manchen bekommen sie ein Piccolöchen mit Strohhalm.
Männer könnten währenddessen ein Bier trinken und über mögliche Aufstellungen der deutschen Fußballnationalmannschaft nachdenken, schließlich beginnt in zwei Wochen die WM, doch viele denken ja, das aus einem Männersport ein Jungssport geworden sei, bei all den Badstubers und Kroosens und Müllers in der Mannschaft, deren Kapitän der kleine, zarte Philipp Lahm ist.

Ein Geschlecht von Vollidioten?
Ein bisschen Frieden könnten die Männer also vertragen, aber der ist nicht zu bekommen, auch nicht im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ vom Freitag. Da schreibt ein Mann, dass er weit und breit keine „guten Männer“ mehr erblicken könne, sondern nur noch Karikaturen von Metrosexuellen – oder aber Schweine, miese Typen ohne Moral und Anstand, und wie er das aufschreibt, da denkt man als Mann tatsächlich, das man einem Geschlecht von Vollidioten angehört.
Zu viel Selbsthass? Frauen sind auch nicht besser? Mag sein. Aber es wäre trotzdem mal ganz gut, wenn der Mann an sich mal wieder eine Erfolgsmeldung für sich verbuchen könnte. Das würde dem Image gut tun und dem Selbstwertgefühl – gerade in einer Zeit, in der Männer das Finanzsystem zerstört haben und nicht in der Lage sind, ein Loch zuzumachen, aus dem Öl raus läuft. Was, so lautet also die Frage, können Männer im Moment eigentlich richtig gut? Aber das ist vielleicht eher eine Frage, die die Frauen beantworten können. Wenn sie aus den Kinos wieder auftauchen und den „Eurovision Song Contest“ gewonnen haben. Und dann könnten sie uns freundlicherweise auch noch verraten, wie wir in Südafrika Weltmeister werden. Wie das geht, wissen die ja ganz genau.

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