Meinung : „Ich schreibe, was mir in den Sinn kommt“

Ingrid Müller

Er will kein Journalist sein. Aber er will seine Sicht der Dinge erzählen. Und dabei möglichst witzig sein. Felix Schwenzel nennt das, was er anbietet, eine „verschobene Perspektive“. Der 36-Jährige ist Blogger – und damit Mitglied einer wachsenden Gemeinde von Internet-Kommunikatoren, die munter drauflosschreiben, was sie erleben, und so ein neues Angebot an Berichten und Kommentaren bieten.

Der ehemalige Architekturstudent mit den dunklen Locken und dem breiten Nadelstreifensakko genießt es, dass seine Artikel von täglich rund 1800 Benutzern seiner Webseite wirres.de angeklickt werden und er zu den bekanntesten Bloggern der Republik gehört. In diesen Wochen ist er auf allen Parteitagen unterwegs.

Bei der SPD am gestrigen Mittwoch im Hotel Estrel sind auch andere Blogger. Da fremdelt er dann, lacht, ist „verwirrt“. Und obwohl eigentlich alles spontan ist, überlegt er, ob er seine Berichte nicht noch mal überarbeitet. Auf wahlblog.de, für deren Seite er im Wahlkampf schreibt, hat er sich gewünscht, dass ihn eine blonde TV-Journalistin interviewen möge. Und er hat sich über Schröders Attacken auf „den Luxusprofessor“ Kirchhof gefreut. Sein „Anspruch“: Die Parteigeschichten nicht ganz so ernst nehmen.

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