Meinung : „Ich verdiene gutes Geld.“

Matthias Meisner

Es ist nicht so, dass Oswald Metzger der Diäten wegen zurück in den Bundestag will. Im Gegenteil: Der Grüne kokettiert damit, dass er jetzt reicher sei als je zuvor. Die derzeitige Rolle – seit seinem Ausscheiden 2002 firmiert er als Politikberater und Publizist – beschere ihm ein „sehr auskömmliches Einkommen“. Doch der 50-jährige Oberschwabe bereitet sehr ernsthaft sein Comeback in der Berufspolitik vor – schließlich sei er „jemand, der gestalten will“. Vor ein paar Tagen hat er eine Rundmail an die grünen Kreisverbände in Baden-Württemberg geschickt, sich für 2006 angeboten. Schon jetzt ist zu ahnen, dass die Landesliste für die Bundestagswahl noch härter umkämpft sein wird als 2002 – damals gab er auf, nachdem ihm die Partei keinen vorderen Listenplatz anbieten wollte.

Metzger war nie einer, der es seinen Parteifreunden einfach machte. Der grüne Experte fürs Geld hatte schon im Bundestag einen Ruf als Polterer. Nach 2002 wurde er noch frecher: Das Bekenntnis der Grünen zur SPD beschreibt er als „Nibelungentreue“. Er könnte auch mit der CDU. Dann lächelt er spitzbübisch und redet davon, dass Joschka Fischers Zenit überschritten sei. Ernsthaft sauer machte er die bundespolitischen Akteure Ende 2004, als er die grünen Pläne für eine Bürgerversicherung „Volksverdummung“ nannte. Kurz vor einem Bundesparteitag in Kiel war das, Metzger wurde von Reinhard Bütikofer und Fritz Kuhn dann öffentlich abgemeiert. Führende Landespolitiker haben ihn nun aber ermuntert, wieder anzutreten. Er selbst preist sich auf seiner Homepage im Internet als „echt und direkt“. Und sagt: „Metzger ist ne Marke.“

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