IG Metall und Linke : Beziehungspflege

Die IG-Metall lässt sich nicht lumpen. Auf die Überlegung, wo sie sich wohl verortet sieht, hat sie nun ungefragt geantwortet.

Echte Freunde erkennt man in der Not. Kurt Beck, der SPD-Vorsitzende, kann sich verlassen auf Berthold Huber, den IG-Metall-Vorsitzenden. Huber hat Becks Gegnern, den Oberlinken Lothar Bisky und Oskar Lafontaine, in einem Brief geschrieben, wo die wichtigste Organisation der deutschen Arbeiter steht: Bei Beck. Und die Linke vor Vereinnahmung gewarnt und sich Ratschläge verbeten.

Das ist allerhand. Denn die westdeutsche WASG, die neben der PDS in der Partei Die Linke aufgegangen ist, wurde nicht zuletzt von IG-Metall-Funktionären gegründet. Hubers Vorgänger Jürgen Peters ließ die gewähren, weil er sich durch die Linkspartei Veränderungsdruck auf die Agendapolitik der SPD versprach.

Dieses Kalkül ist aufgegangen. Doch dass die gute alte Sozialdemokratie, der bis auf den Grünen Frank Bsirske (Verdi) alle deutschen Gewerkschaftsbosse angehören, zwischen Union und Linken zur 20-Prozent-Partei verkommt – das geht zu weit. Jedenfalls Huber. Mit sozialpolitischen Korrekturen, zuletzt bei der Altersteilzeit, kommt die SPD den Gewerkschaften entgegen. Und so erlebt in schwieriger Zeit die alte Partnerschaft einen neuen Frühling. (Tsp/alf)

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