Meinung : Ihr Aufschwung

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Ist das nicht ein wunderbares Gefühl, so gewonnen zu haben? Angela Merkel und Guido Westerwelle war das am Gesicht abzulesen. Merkel, weil die Erfolge in der Europa und Landtagswahl zeigen: Mit ihr ist mehr zu gewinnen. Westerwelle, weil die Rückkehr ins Europaparlament zeigt: Der kleine Aufschwung der Liberalen hat auch mit seiner Führung zu tun. So weit, so gut. Gut ist aber auch, dass Merkel sich sofort beeilte, jeden Überschwang der Gefühle zu dämpfen. Denn es liegt ja auch noch eine lange Zeit vor dem so genannten bürgerlichen Lager aus Union und FDP, ehe es sagen kann, dass die nächste Wende geschafft ist. Erstens ist das Wählerverhalten inzwischen schwieriger zu berechnen, zweitens bieten gerade die Unionsparteien mit ihren teils sehr unterschiedlichen Konzepten einige Angriffsflächen. Drittens kann bis zur großen Wahl 2006 sogar noch eine kleine Konjunkturbelebung kommen, und sei es aus Amerika. Man stelle sich vor: Ende 2005 beginnt er, Anfang 2006 wird er nachhaltig – und Gerhard Schröder wird den Aufschwung für sich reklamieren. Wer dann dagegen angeht, zum Beispiel mit dem Hinweis, dass Deutschland noch aus jedem tiefen Tal wieder herausgekommen ist, der hat zwar Recht, wirkt aber trotzdem wie ein Rechthaber. Oder wie ein Miesmacher. Was heißt: Gewonnen ist viel, aber längst nicht alles. cas

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