Meinung : Im Bund mit Berlin

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Wenn es gut läuft für die BundesCDU, werden sich die Berliner wundern. In den Bundestag wollen: Monika Grütters, Abgeordnete und Fachfrau für Kultur und Wissenschaft. Christoph Stölzl, Redner für alle Gelegenheiten, Kultur- und Bildungsmensch, Berliner Schöngeist ehrenhalber und stellvertretender Parlamentspräsident. Frank Steffel, Mittelständler, erprobter Nahkämpfer, Machtmensch mit dem verblassenden Manko des Wahlverlierers. Und der Berliner Ex-Regierende Eberhard Diepgen, der sich immer wieder eingemischt hat in Hauptstadtpolitik. Das sind die Prominenten der Berliner CDU, die dem nicht atemberaubend schnellen Politikbetrieb in Deutschlands größter Stadt abhanden kommen. Der größten Oppositionsfraktion im Abgeordnetenhaus könnten zudem Abgänge einiger Handwerker und Fachkräfte bevorstehen – wenn es für die CDU bei einer Bundestagswahl sensationell gut läuft. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und sein Fraktionschef Michael Müller würden das freundlich gratulierend zur Kenntnis nehmen: Ihnen nutzt, was der Berliner CDU schadet. Trotz der personellen Möglichkeiten in einer armen, spannenden Hauptstadt schwächelt der CDU-Landesverband, und man könnte – wenn die Wahl so wird, wie die Meinungsforscher heute meinen – von einem brain drain in der Fraktion sprechen. Andererseits: Auch Grütters und Steffel gehörten mal zum Nachwuchs, und Stölzl ist ein Quereinsteiger, dem andere folgen. Sie könnten im Bundestag erreichen, was die Berliner CDU noch nie geschafft hat: Sie könnten etwas Bundespolitik nach Berlin holen und im Bund bessere Berlin-Politik machen. wvb.

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