Meinung : Im chinesischen Stil

Berichterstattung Nadja Drygalla

Wir haben gerade sieben amerikanische Gäste, die den Ausschluss der Ruderin Drygalla ziemlich verständnislos als klare Verletzung persönlicher Rechte kommentierten. Ich empfinde die inquisitorische Befragung der jungen Frau mit den resultierenden Beteuerungen, doch auch eine „Liebe und Gute“ zu sein, als schlichtweg peinlich im Stile chinesischer Selbstkritik.

Wie soll das bitte in Zukunft funktionieren? Zugetragene Nachreden durch andere Sportler, eventuell Konkurrenten, dürften ja wohl nicht reichen. Also brauchen wir eine Stelle, die Informationen über politische Gesinnung und persönliche Beziehungen systematisch sammelt und auswertet.

Dort müssten die Verantwortlichen für irgendwie öffentlichen Auftritte im Ausland dann jeweils Reisegenehmigungen für alle Teilnehmer einholen. Da war doch mal was?!

Nach außen wird durch diese olympische Hexenaustreibung der Eindruck erweckt, das heutige Deutschland könne nur noch mit größter Müh’ und Not den Ausbruch einer neuen braunen Flut zurückhalten. Toleranz und Souveränität in jedem Sinne des Wortes sieht sicher anders aus.

Andreas Griewank, Berlin-Altglienicke

„Wo die Liebe hinfällt“ vom 7. August

Ein großartiger Artikel; ein Einsatz für Recht, Freiheit und Demokratie – wie wohltuend im Gegensatz zu manchen Pamphleten und ängstlichen Meinungsäuerungen von Sportfunktionären.

Mit Recht weist der Verfasser darauf hin, dass die Gefahr für die Demokratie nicht von der Sportlerin ausgeht, sondern von denen, die diese Hetzjagd auf die23-Jährige veranstalten, und dass im demokratischen Staat nicht Meinungen bestraft werden, sondern Taten.

Lothar Gosten,

Ltd. Magistratsdirektor a.D.,

Berlin-Grunewald

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