Meinung : Im festen Glauben

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Na, da kann ja auch Günther Beckstein endlich mal demonstrieren. Beckstein, das ist der CSUSchily, vulgo: Bayerns Innenminister. Der ist genauso ein Verfechter von Recht und Gesetz und Härte, und deshalb verstehen sich die beiden. Beckstein ist ansonsten bestimmt keiner, der dieses Mittel wählt, um seine Meinung kundzutun. Auch mit Sicherheit nicht im November, wenn es kalt ist und die Vermummung dementsprechend, dass einer wie er daran Anstoß nehmen könnte. In diesem Fall aber kommt es so, weil Gute für eine gute Sache auf die Straße gehen: In Köln wird es heute eine muslimische Großdemonstration geben, gegen Gewalt und Terror. Aus ganz Deutschland werden Busse erwartet, die Organisatoren der in Köln ansässigen Türkisch-Islamischen Union rechnen mit Zehntausenden aus ihren 780 Ortsverbänden. Und der Zentralrat der Muslime ist schon ein bisschen pikiert, dass er nicht vorab die Chance hatte, eigene Mitglieder zu mobilisieren. Zumal die evangelische und die katholische Kirche Vertreter schicken, die jüdische Gemeinde, die SPD, die Grünen … Viele werden reden. Als Friedensprediger gewissermaßen, in demonstrativer Umkehrung dessen, was zum Beispiel in Berlin über Hassprediger zu hören ist. Auch Beckstein will reden. Was er sagen will, wird diesmal ungeteilte Zustimmung finden: Der größte Teil der Muslime in Deutschland ist friedlich. Das ist unzweifelhaft richtig, genauso, dass Islam und Terror nicht gleichgesetzt werden dürfen; der Koran ist keine Anleitung zum Radikalismus. Alles das klarzustellen, Toleranz und guten Willen zu demonstrieren – ja Gott, da ist jede große Koalition willkommen. Und Beckstein in der Domstadt. cas

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