Meinung : Im Gestrüpp

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Da klappt mal was, da läuft etwas richtig gut in Berlin – es lässt sich aber nicht in die bürokratischen Schubladen packen. Also: weg damit. Arabische Jugendliche zu bändigen, Intensivtäter in die Schranken zu weisen, braucht viel Idealismus, noch mehr Begeisterung und eine große Portion Eigensinn. Gilles Duhem, Berlins bekanntester und erfolgreichster Quartiersmanager, hat all dies. Aber es reicht nicht. Gefragt ist eine Buchhalterseele, deren Priorität es ist, sich im Gestrüpp von Anträgen und Abrechnungen an Bezirk, Land und Europäische Union zurechtzufinden. Dass die Bürokratie die ursprüngliche Aufgabe der Quartiersmanager, ein verwaltungsfernes Sprachrohr der Bürger zu sein, überwuchert, ist nicht die Schuld des Senats. Dass man einen der besten Kiezhelfer der Stadt damit alleine lässt, seine Einwände abbügelt und zur nächsten Verwaltungsmaßnahme übergeht, schon. Ob in Kitas oder Schulen, bei der Polizei oder in den Kiezen, überall hängt der Erfolg von Persönlichkeiten ab, die ihre Aufgaben zur eigenen Sache machen. Gerade Berlin, das wenig Geld hat, kann es sich nicht leisten, auch nur auf eine einzige von ihnen zu verzichten. Schade eigentlich, dass man das im Senat offenbar anders sieht. clk

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