Meinung : Im Krieg ist nach dem Krieg

COLIN POWELLS EUROPA-REISE

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An den Grundpositionen hat sich wenig geändert. Frankreich und Deutschland lehnen den von den USA und Großbritannien geführten Krieg im Irak entschieden ab. Aber sowohl Washington als auch Paris und Berlin haben die konfrontative Phase der Politik längst verlassen und räumen der Diplomatie wieder ihre traditionelle Rolle ein. Das heißt: Man sucht das Gespräch mit denen, die anderer Meinung sind. USAußenminister Powell trifft in Ankara führende türkische Politiker, sieht dann in Brüssel erst den russischen Außenminister Iwanow und anschließend alle Außenminister der Nato und der EU. Einziges Thema: der Irakkonflikt und die Nachkriegsära. Bereits am Montag stimmten sich der französische und der deutsche Außenminister miteinander ab. Getrieben wird die Politik bei diesen Aktivitäten nicht nur von der Sorge, die Gräben könnten zu tief werden. Auch der internationale Terminkalender zwingt zur Eile. Anfang Juni treffen sich im französischen Evian die Staats- und Regierungschefs der G 8. Präsident Bush ist dabei. Dann kommen die Nato-Außenminister in Spanien zusammen. Es folgt in Washington der Europa-Amerika-Gipfel. Schon vor der Konferenz am Genfer See also müssen die Verstimmungen zwischen den Bündnispartnern offen ausgesprochen – und geklärt – sein, wenn nicht das Netz der internationalen Kontakte reißen soll. Denn das will im Ernst niemand. apz

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