Im WORT laut : „Das Recht, vergessen zu werden“

Im „Spiegel“ steht ein Porträt von Manfred Schmidt, dem Event-Guru, der den Exsprecher des Bundespräsidenten bestochen haben soll.

„2008 stand Schmidt im Zenit seiner gesellschaftlichen Bedeutung. Während der Fußball-Europameisterschaft lud er anlässlich des Spiels der deutschen Elf gegen Österreich in die Wiener Hofburg, und selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr damaliger österreichischer Kollege Alfred Gusenbauer gaben sich die Ehre.

Im selben Jahr richtete er für den damaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zwei riesige Sausen in Hamburg und München aus; im Februar für 453 985 Euro und im Mai für 504 322 Euro. Selbst für kleinere Events konnte Schmidt gewaltige Summen aufrufen. Für ein Martinsgans-Essen am 11. November 2008, zu dem der damalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber Politiker wie Guido Westerwelle und Christian Wulff, Prominente wie Oliver Bierhoff und Hannelore Elsner, aber auch Chefredakteure von ,Bild’ und ,Spiegel’ in die Residenz am Brandenburger Tor eingeladen hatte, stellte der Impresario 130 000 Euro in Rechnung.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ befasst sich mit der Macht von Google und Facebook:

„Als Google seine Monopolposition erreicht hatte, wurde viel darüber diskutiert, ob es nicht einer alternativen staatlichen Suchmaschine bedürfe. Dabei ist es nicht so, dass es keine Alternativen gäbe, auch in der freien Wirtschaft. Bloß benutzt sie kaum jemand. Um Googles Macht zu brechen, hätten die Nutzer also auf die staatliche Suchmaschine verpflichtet werden müssen – ein absurder Gedanke. Genauso absurd wäre es wohl, ein staatliches Netzwerk zu erfinden, um Facebook auszuspielen. Aber der Staat ist gefordert, die Internetriesen mit engen Vorgaben an die Kandare zu nehmen. Das ,Recht, vergessen zu werden’, also seine Daten restlos löschen zu können, muss den Mitgliedern ebenso garantiert werden wie die technische Möglichkeit, ihre Daten einfach zu einem anderen Netzwerk mitnehmen zu können. (...) Und damit für alle die gleichen Regeln gelten, ist es richtig, dass die EU-Kommission den Datenschutz in sogenannten sozialen Netzwerken nach Brüssel ziehen und vereinheitlichen will.“

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