Im WORT laut : Die Krücke der arabischen Revolution

In der New York Times schreibt der türkische Politikwissenschaftler Timur Kuran über Hindernisse der arabischen Demokratisierung.

Kuran lehrt in den USA Islamwissenschaft

. Demokratien brauchen Kontrollsysteme und es ist vor allem die Bürgergesellschaft, die ihre eigenen Rechte schützt, die Politiker zwingt, ihre Interessen zu berücksichtigen und den Missbrauch von Staatsgewalt zu begrenzen... Diese Vorbedingung, eine starke Zivilgesellschaft, fehlt in der arabischen Welt, weil Hosni Mubarak und andere Diktatoren ein halbes Jahrhundert darauf verwendet haben, die Medien zu kastrieren, Parteien zu verbieten und regionale, ethnische oder religiöse Vereinigungen zu vereinnahmen, um sie zum Schweigen zu bringen. Die mangelhafte Entwicklung einer arabischen Zivilgesellschaft hat aber auch historische Gründe... In der Scharia fehlt das Konzept der Genossenschaft, einer stetigen, sich selbst organisierenden Gemeinschaft, die sowohl ökonomische als auch soziale Ziele verfolgen kann... Ein vielsagender Auswuchs dieser Entwicklung ist es, dass arabische Bürger eher auf persönliche Beziehungen zu ihren Repräsentanten setzen... Dies wiederum schränkt die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Organisationen ein und erklärt, warum sie in den arabischen Revolutionen eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

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