Im WORT laut : „Ein Sommer der Unsicherheit“

Der Generalinspekteur für den Wiederaufbau im Irak, Stuart W. Bowen jr., sagt in seinem Vierteljahresbericht an den Kongress dem Land einen „Sommer der Unsicherheit“ voraus:



Diese Veränderungen und Machtübergaben in allen Bereichen finden vor dem Hintergrund einer sich weiter verschlechternden Sicherheitslage im Irak statt. Im Juni starben 14 amerikanische Soldaten durch Feindangriffe, die höchste Zahl in einem Monat seit dem April 2007. Von Iran unterstützte Schiiten, die in diesem Jahr aktiver geworden sind, waren Berichten zufolge für einige dieser Tode verantwortlich. Al Qaida stellt weiterhin eine tödliche Bedrohung dar, US-Geheimdienstmitarbeiter schätzen die Zahl der mit Al Qaida verbundenen Militanten im Irak auf bis zu 1000.

Andere Sicherheitsprobleme in diesem Vierteljahr: zahlreiche Raketenangriffe auf die Internationale Zone, für die zerstörerischere und genauere, im Iran hergestellte Munition verwendet wurde; die Ermordung vieler irakischer Offizieller wie Richter, Generäle und Beamte; eine Reihe von Selbstmordattentaten auf Soldaten der irakischen Armee, die zu einer großen Zahl an Opfern geführt haben; erneuerte Angriffe der Regierungsgegner auf die irakische Ölinfrastruktur. Trotz dieser sehr realen Fragilität der Entwicklung der irakischen Sicherheitslage stellen die US Forces Iraq (USF-I) weiterhin den Unterschied heraus zwischen dem gegenwärtigen Sicherheitszustand des Irak und der Mitte des Jahres 2007 – als das Land sich kurz vor einem Bürgerkrieg befand – und betonen im Mai zum Beispiel, dass die Sicherheit sich „sehr, sehr positiv“ entwickelt …

Obwohl Nachklänge des Arabischen Frühlings in der gesamten Region zu spüren waren, gingen in diesem Vierteljahr die Iraker in weniger großen Zahlen auf die Straße als in dem davor, die Proteste waren kleiner und fanden seltener statt. Gleichwohl bleiben die Grundprobleme, die die Menschen im vergangenen Winter auf die Straße brachten – Stromunterbrechungen und Korruption zum Beispiel – weiterhin ungelöst.

Der Internationale Währungsfonds hat für den Irak für das Jahr 2011 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von mehr als zwölf Prozent vorhergesagt, nach weniger als einem Prozent im vergangenen Jahr. Damit wäre die irakische Wirtschaft eine der weltweit am schnellsten wachsenden. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine spürbare Verbesserung des alltäglichen Lebens hängen, zum Teil, davon ab, ob die irakische Regierung in der Lage ist, eine Reihe von lang geplanten Infrastrukturprojekten umzusetzen …

Die Korruption bleibt eine zentrale Herausforderung. Obwohl die drei großen Antikorruptionsbehörden seit 2004 aufgestockt haben, um Verbrechen verfolgen zu können, werden sie weiterhin durch politischen Widerstand und mangelnde Kapazitäten an ihrer Arbeit gehindert und haben Schwierigkeiten mit Fällen, bei denen es um komplexe Verbrechen und hochrangige Offizielle geht.

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