Im WORT laut : „Ein zweites Wirtschaftswunder“

Der „Spiegel“ freut sich über ein „Zweites Wunder“, wie der Beitrag über die deutsche Wirtschaft heißt:



„Tatsächlich erlebt die deutsche Wirtschaft ein Sommermärchen der besonderen Art. Zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise fährt die Autoindustrie wieder Sonderschichten. Maschinenbau, Elektro- und Chemiebranche melden zweistellige Auftragszuwächse. Und die Arbeitslosenzahl wird voraussichtlich noch in diesem Herbst unter die Marke von 2,8 Millionen sinken, der niedrigste Wert seit 1991.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten präsentiert sich der einstige ,kranke Mann Europas‘ wieder als Konjunktur-Lokomotive. Im zweiten Quartal dieses Jahres, so zeigt eine interne Schätzung der Bundesregierung, ist das Bruttoinlandsprodukt mit über 1,5 Prozent gewachsen. Bei der letzten Prognose im April hatte sie mit lediglich 0,9 Prozent gerechnet. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe hat gegenüber dem Vorquartal um fünf Prozent zugelegt. Die Ausfuhren, so zeigt die Expertise, legten im Mai um mehr als neun Prozent zu.

Hält der Trend an, so geht aus der Regierungsschätzung hervor, wird die Wachstumsrate in diesem Jahr deutlich über zwei Prozent liegen, fast doppelt so hoch wie in den meisten Nachbarländern. Ökonomen bejubeln bereits ein zweites Wirtschaftswunder, und ein früherer französischer Außenminister beklagt, dass die Bundesrepublik nun wieder ,die Nummer eins in Europa‘ sei.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schreibt zum Dominik-Brunner-Prozess:

„Zerschlagene Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitzplätze in Bussen und Bahnen und überall Müll gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Und eben auch die Angst. Sie ist für viele zum ständigen Begleiter ihres Lebens geworden. (...) In anderen Städten ist es nicht anders. Das muss sich ändern. Nächtliche Alkoholverbote, mehr Kontrollen, auch die Ahndung von Bagatelldelikten sind der richtige Weg. Solche Maßnahmen zeigen denen, die den öffentlichen Raum mit Gewalt für sich beanspruchen, dass er ihnen nicht gehört.

Noch geschieht viel zu wenig. Wenn immer erst ein Mensch sterben muss, bevor wir auf die Missstände aufmerksam werden, ist das ein trauriges Armutszeugnis.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben