Im WORT laut : Es gibt keinen goldenen Weg in die Energiezukunft

Bundesumweltminister Norbert Röttgen zieht im „Spiegel“ folgende Schlüsse aus Tschernobyl und Fukushima:

Wahr ist allerdings auch, dass wir viel investieren müssen: vor allem in die erneuerbaren Energien und hier besonders in Windkraft an Land und auf See, aber auch in neue Hochspannungsleitungen und „Stromautobahnen“ von Nord nach Süd, in neue Speichertechnologien, in „intelligente Netze“, in ein besseres Netzmanagement und in ein echtes europäisches Stromnetz, um Strom aus erneuerbaren Energiequellen innerhalb Europas reibungslos transportieren zu können. Es geht außerdem um mehr Energieeffizienz etwa bei der Gebäudesanierung und um neue Formen der ressourcenschonenden Mobilität.

Es gibt keinen goldenen Weg in die Energiezukunft, der nichts kostet und keinerlei Anstrengungen erfordert. Jeder wird sich beteiligen müssen, die Industrie ebenso wie die Haushalte …

Ich bin überzeugt: Innerhalb einer Generation ist es gerade für ein Hochindustrieland wie Deutschland möglich, die Stromversorgung weitestgehend aus regenerativen Energien zu bestreiten – und dabei führendes Industrieland zu bleiben. Die Wohlstandsfrage des 21. Jahrhunderts besteht darin, die Energiewende nicht als Bedrohung von Wirtschaft zu verstehen, sondern als Chance, einen Wandel zu vollziehen, der neues, ressourcenschonendes Wachstum möglich macht. Wachstum und Wohlstand dürfen nicht auf Kosten der Sicherheit kommender Generationen gehen, sie müssen ihr vielmehr dienen. Dazu gehört auch, die Fehlbarkeit der Menschen neu zu bewerten und anzuerkennen, dass wir die Natur nie völlig beherrschen können.

Wir müssen deshalb Sicherheit neu denken. Das ist die Lehre aus den schrecklichen Ereignissen vor 25 Jahren in Tschernobyl und heute in Fukushima. Das ist unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung, das ist unsere Zukunftsverantwortung.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben