Im WORT laut : Statuspanik

"155.000 Deutsche haben das Land im Jahr 2006 verlassen (...). Die Elite ist dabei, sich vom Rest der Gesellschaft abzukoppeln. Es sind Symptome einer Zweiklassengesellschaft zu beobachten, die bis vor wenigen Jahren eher in Schwellenländern vorkamen."

Die deutsche Elite, analysiert der „Spiegel“, verabschiedet sich aus der Solidargemeinschaft: „Ausgerechnet das Bürgertum scheint das Vertrauen in den Staat zu verlieren. Wer es sich leisten kann, setzt auf private Lösungen für sich und seine Kinder. Eine wachsende Zahl Unzufriedener geht sogar noch weiter: 155.000 Deutsche haben das Land im Jahr 2006 verlassen, um sich im Ausland anzusiedeln. Die Elite ist dabei, sich vom Rest der Gesellschaft abzukoppeln. Es sind Symptome einer Zweiklassengesellschaft zu beobachten, die bis vor wenigen Jahren eher in Schwellenländern vorkamen. (...) Vor allem das Vertrauen in das staatliche Bildungssystem ist angeknackst. Der Schock über die Pisa-Studien und auch die Sorge vor dem eigenen Abstieg sitzen tiefer als gedacht. Selbst die Elite fühlt sich bedroht und will mit allen Mitteln verhindern, dass es den eigenen Kindern womöglich einmal schlechter geht. Von ,Statuspanik’ spricht Hartmut Häußermann, Soziologe an der Berliner Humboldt-Universität. Schon länger beobachten Wissenschaftler, wie sich die Gesellschaft auseinanderentwickelt. Das gehobene Bürgertum grenzt sich immer konsequenter nach unten ab. Spätestens zur Einschulung der Kinder steht der Umzug in die besseren Viertel an. Seine Töchter und Söhne sollen nicht vom Proleten-Nachwuchs der Nachbarschaft runtergezogen werden.“

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