Meinung : Immer draufhalten

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Wenn die Leute von den Umfrageinstituten die Bürger fragen, ob die Politiker bei irgendetwas „mehr“ machen sollen, sagen die immer ja. Logisch, niemand will, dass sie weniger tun. Umso erstaunlicher, was die Bürger zum Thema Sicherheit und Terrorschutz sagen: Es reicht uns, wir wollen nicht noch mehr. O je. Ziehen da christliche Lämmer zur islamistischen Schlachtbank? Sind wir eine VolkerBeck-Gesellschaft mit esoterischem Hang zu Bürgerrechten? Nichts dergleichen. Es ist nur so: Die Bürger haben grad mal die Nase voll, andere Probleme und längst nicht die Ängste, die man ihnen einreden will. Trotzdem warnt der künftige Möglicherweise-Innenminister Beckstein vor einem atomar-biologisch-chemischen Anschlag auf Norman Fosters Reichstagskuppel, will deshalb dort Flaks und Raketen stationieren, Hubschrauber kreisen lassen und Migranten einbuchten, die sich dort mal etwas zu lang auf die Wiese setzen. Klar, Beckstein kann auch anders, ruhig und souverän, mit Blick für die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Aber er will nicht, weil er meint, er müsse gegen Sheriff Schily punkten in den Wochen vor dem 18. September. Den so empfindlichen wie nötigen Diskurs um eine kluge, effektive und rechtsstaatliche Sicherheitsstrategie hat er damit vorläufig lahm gelegt, und kein Mensch wird ihn dafür wählen. Schade eigentlich, denn als Minister wäre er verantwortungsvoller – und deshalb ein kleineres Risiko als jetzt.neu

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