IMs in Brandenburg : Nur die Lüge zählt

Der brandenburgische Landtagsabgeordnete Gerd-Rüdiger Hoffmann will sein Mandat nicht zurückgeben, wie es die Parteispitze von ihm verlangt, weil er als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für den DDR-Geheimdienst MfS gespitzelt hat.

Über seinen Anwalt lässt der Linkspolitiker verbreiten, dass er davon ausgehe, wegen seines Engagements in den vergangenen 20 Jahren bei einer demokratischen Wahl „in die Position eines Abgeordneten“ gelangt zu sein. Hoffmann rechtfertigt sich damit, dass er als Jugendlicher in die Fänge des MfS geraten sei. Doch es geht gar nicht darum, was er vor 40 Jahren als jugendlicher DDR-Bürger gemacht hat. Es geht um das, was er als erwachsener Bundesbürger getan hat: geschwiegen und zuletzt gelogen. Er hätte mit einer Stasi-Akte, die in der Tat schon kurz nach dem Armeedienst endet, durchaus in seiner Partei nach der Wende arbeiten und wohl auch in den Landtag einziehen können. Auch Landeschef Thomas Nord und Fraktionschefin Kerstin Kaiser waren einst IMs. Zwei andere Ex-Stasi-Leute sitzen neben und vor ihm auf den Fraktionsbänken im Landtag. Nur: Die anderen haben sich zu dem bekannt, was sie getan haben, und sind mit ihrer Vita vor den Wähler getreten. Hoffmann aber hat die Wähler im Unklaren gelassen, seine Partei getäuscht und die Medien nun angelogen. Deshalb ist er untragbar. pete

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