Meinung : In der Grauzone

Zum Prozess gegen Christian Wulff

Die Erwartung von Christian Wulff, dass jetzt Recht gesprochen wird, teile ich voll und ganz, auch wenn die Aussage des Bundespräsidenten a. D. freilich in der Hauptsache ihm widerfahrenes Unrecht impliziert. Er hat sich gegen die Zahlung einer Geldbuße und somit für das Gerichtsverfahren entschieden, weil er mittels Freispruch die Wiederherstellung seiner Ehre und Integrität zu erstreiten hofft. Der Weg in ein normales, unbeschwertes Leben dürfte für Wulff jedoch ein langer und schwerer sein, selbst wenn ihm de jure die Unschuld attestiert wird. Wirkliche Gewinner kann es bei diesem Prozess ohnehin kaum geben, zu sehr befindet sich der Fall in einer Grauzone, in der um die Objektivität von Relationen gerungen werden muss.

Allenthalben erfreulich wäre es, wenn sich unser Ex-Bundespräsident, gerne früher als später, einer neuen einträglichen Tätigkeit widmen und sich der Steuerzahler dann möglichst die 217 000 Euro Ehrensold sparen könnte.

Matthias Bartsch, Lichtenau-Herbram

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