Meinung : In der Häschenschule

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Die sieben Schwaben sind einst mit einem großem Spieß und viel Getöse gegen ein Ungeheuer ausgezogen, das sich als Feldhase erwies. Die elf Ministerpräsidenten der Union mit jenen wackeren Helden zu vergleichen, verbietet sich eigentlich. Schon deshalb, weil das Antidiskriminierungsgesetz ungeheuerlicher ist als der Has: Auch dies zwar kein Monstrum, aber doch ein ärgerlicher Unfug. Und trotzdem hat es etwas Siebenschwabiges, wenn der Bundesrat nun eine Resolution beschließt, in der die Unionself ihr Unbehagen an dem Koalitionskompromiss zu Protokoll gibt. Die Länder können das Gesetz nicht blockieren, per Vermittlungsverfahren verzögern könnten sie es immerhin. Doch sie wollen ja in Wahrheit gar nicht in den Kampf. Sie wollen nur dem Publikum vorführen, was für Helden sie gegebenenfalls wären. Der oberschwäblichste von ihnen allen aber kommt aus Bayern. Der hat erst dazu genickt, dass das Monster in die freie Wildbahn entlassen wird, hat auch den Preis für dieses Nicken eingestrichen. Jetzt steht er, als wär’ nichts gewesen, bei den Jägern und hält mit einer Hand den Spieß mit fest. Das nennt man: sich einen schlanken Hasenfuß machen.bib

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