Meinung : In der Not hilft die Fußnote

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Alles wird gut: Italien akzeptiert jenen EU-Haftbefehl, der, wenn schon nicht dem Premier Berlusconi selbst, so doch seinen eigenen Freunden und Mitarbeitern gefährlich werden könnte, weil er auch Geldwäsche und Korruption verfolgt. Und Belgiens Premier lächelt befreit: Für den EU-Gipfel am Wochenende ist das Schlimmste verhindert. Dass es mit dem freundlichen Frieden so weit nicht her sein dürfte, ist im Kleingedruckten von Berlusconis Zugeständnis leicht zu lesen: Er selbst sei ja einverstanden, aber jetzt sei eben das Parlament am Zuge. Als ob er seine Mehrheit dort nicht fest im Griff hätte! Und auch von einer Volksbefragung spricht er. Vielleicht werde sich alles bis 2004 gelöst haben. Lies: Sollte es doch ein bisschen länger dauern, sind die Fälle, die er fürchten muss, schon dicht vor der Verjährung. Berlusconi ist ein Meister solcher Versprechen mit Fußnoten: Den Interessenkonflikt zwischen Regierungsamt und Unternehmer-Rolle wollte er schon vor der Wahl lösen - und tat es bis heute nicht. Keine Frage, dass er auch mit der EU fertig werden will. Die hat ja ebenso viel Interesse an schönen Bildern vom guten Einvernehmen wie er.

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