Meinung : In jedem Fall: Menschen

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Nun also doch! Oder doch nicht? Auf den ersten Blick sieht es so aus, als habe der amerikanische Präsident endlich eingelenkt. Die in Guantanamo gefangen gehaltenen Taliban-Kämpfer würden künftig gemäß der Genfer Konvention behandelt, hieß es am Donnerstag. Das ist gewiss ein Fortschritt. Bislang hatte es strikt geheißen, die völkerrechtlichen Vereinbarungen würden für keinen der Inhaftierten gelten. Sie seien allesamt gesetz- und rechtlose Kämpfer. Aber der Streit über ihren Status ist mit der jüngsten Kurskorrektur, die auf Außenminister Colin Powell zurückgeht, nicht beendet. Die ganze Debatte lief von Anfang an verquer. Den USA Unmenschlichkeit, gar Folter vorzuwerfen, war so maßlos wie dumm. Entschieden allerdings müssen die Verbündeten weiter darauf bestehen, dass das Völkerrecht eingehalten wird. Washington weigert sich bis heute, den Gefangenen den Status von Kriegsgefangenen zu geben. Laut Genfer Konvention gelten sie allerdings so lange als Kriegsgefangene, bis ihr endgültiger Status geklärt ist. Vor dieser Klärung drücken sich die Amerikaner. Mit Haarspalterei hat das Insistieren nichts zu tun. Als Mensch zu gelten oder nur menschlich behandelt zu werden, kann ein großer Unterschied sein.

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