Meinung : Indien: Fundamentalismus - gegen Muslime

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Indien will Großmacht werden, verliert aber den Anschluss an die moderne Welt. Hindus und Muslime schlachten sich zu Hunderten ab. Das allein ist nichts Neues, schon die Teilung des Subkontinents 1947 bezahlten mehr als eine Million Menschen mit ihrem Leben. Neu ist allerdings, wie unverfroren die Hindu-Faschisten den dumm gehaltenen Mob benutzen, nachdem sie auf demokratische Weise nicht an die Macht kommen konnten. Gewiss, diesmal waren es Muslime, die den Zug in Gujarat ansteckten. Aber die Reaktion der Hindus auf die Gewalttat war keineswegs spontan, sondern wohl organisiert. Seit Monaten muss die Religion herhalten, um die Emotionen immer höher zu putschen. Der geplante Tempelbau auf dem angeblichen Geburtsplatz des Gottes Ram in Ayodhya dient den Hindu-Extremisten als Vehikel, um ihre Ideologie aus überzogenem Nationalismus und rassischer Überlegenheit unters Volk zu bringen - die Nazis lassen grüßen. Höchste Zeit, dass die Regierung in Delhi sich von den frömmelnden Agitatoren distanziert. Sonst wird sie die wichtigste Aufgabe nicht meistern: Frieden mit dem muslimischen Pakistan zu schließen. Nur dann wird ein modernes, ein säkulares und demokratisches Indien eine Chance haben. Die schreckliche Alternative ist Hindu-Fundamentalismus.

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