Indien testet Langstreckenrakete : Neues Wettrüsten

Zwei Raketentests in Asien binnen weniger Tage, und die Reaktionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Ende vergangener Woche stürzte die nordkoreanische Unha-3 kurz nach ihrem Start ins Gelbe Meer, seitdem haben sich die Spannungen zwischen der abgeschotteten Diktatur und dem Rest der Welt noch einmal verschärft. Am Donnerstag hat Indien erfolgreich die Langstreckenrakete Agni V getestet, und die Nato erklärt, man betrachte Indien nicht als Bedrohung. Das ist insofern richtig, als dass Delhi eine aufgeschlossene, zukunftsorientierte Demokratie ohne offensive Nuklearwaffendoktrin ist und kein menschenverachtendes, stalinistisches System. Andererseits ist Indien kein Mitglied im Nuklearwaffensperrvertrag, und dass der Westen das Atomprogramm dennoch akzeptiert, ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die im Nuklearbereich ohnehin doppelte Standards sehen. Zudem verfolgt Indien ein klares Ziel mit der Modernisierung und Aufrüstung seiner Trägersysteme: Man will das derzeit militärisch noch weit überlegene China einholen. Die Gefahr eines Wettrüstens zwischen den beiden größten Nationen der Welt ist real. Jetzt muss die Frage angegangen werden, wie das verhindert werden kann. cir

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