Meinung : Innere Emigration

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Es wird kein Zufall sein, dass sich André Brie jetzt zu Wort meldet und der PDS vorhält, sie sei müde geworden. Der Europaabgeordnete ist Gesinnungsgenosse des Berliner Wirtschaftssenators Gregor Gysi – und den bedrückt das Erscheinungsbild seiner Partei im Bund schon lange. Brie hält den eigenen Führungsleuten mangelnde Leidenschaft vor. Ja, die Lage ist ernst: Der PDS-Wahlkampf läuft an, der Wiedereinzug in den Bundestag ist noch lange nicht gesichert, aber der Partei scheint es weniger um ein gutes Abschneiden am 22. September zu gehen als – um die Abrechnung danach. Im Oktober wählt die PDS auf einem Bundesparteitag in Gera ihre Führung. Wie es aussieht, wird das aktuelle Spitzenkollektiv dort nicht einfach bestätigt. Führungslos wirke die PDS mit Gabi Zimmer an der Spitze, beklagen die einen. Andere verteidigen die Vorsitzende mit dem Hinweis, sie habe eine einmalige Herzenswärme. Eine dritte Gruppe formiert sich in einer inneren PDS-Opposition – weil sie davon überzeugt ist (und bedauert), dass die Partei unter der jetzigen Führung nicht zu sozialistischen Grundsätzen zurückfinden werde. Ein zerrissenes Bild. Die PDS schwächelt bei den Inhalten und wirkt laut Umfragen auch weniger sympathisch als andere Parteien. Gut möglich also, dass die Amtszeit dieser PDS-Führung im Herbst recht glanzlos zu Ende geht. Aber ihre n sind den meisten Wählern zwei Jahre nach Gysis Abschied von der Spitze ja auch nicht einmal bekannt. m.m.

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