Meinung : Inspirierend

Zum Kulturforum

Herr Steinig beklagt im Leserbrief vom 22.9., dass heute, statt auf internationale Architekturwettbewerbe zu setzen, „Planungsentwürfe in die Öffentlichkeit posaunt werden mit der Erwartung, dass alles genauso umgesetzt wird“. Niemand hat eine solche Erwartung geäußert. Vielmehr haben es sich offenbar verantwortungsbewusste Medien zur Aufgabe gemacht, Fragen des alltäglichen Umgangs mit der Stadt sowie ihrer Weiterentwicklung zum Thema eines öffentlichen Diskurses zu machen: heraus aus den Elitezirkeln architektonischer Jurys hinein in die Gesellschaft. Da kommt der Vorschlag des Architekten Stephan Braunfels wie ein zündender Funke: sich nicht mit der Architektur-Ikone Neue Nationalgalerie durch ein Gebäude in Konkurrenz setzen, sondern mit einem terrassierten Garten einen ganz anderen, in Höhe und Gestaltung zurückhaltenden Akzent setzen zu wollen. Auch die Schaffung einer neuen Piazzetta als Erweiterung des Kirchplatzes ist eine interessante Idee und dient einer städtebaulichen Raumbildung, wo jetzt nur unmotiviert platzierte Solitäre Desorientierung und Unwirtlichkeit stiften. Am Kulturforum muss Grundsätzliches geschehen. Das schließt auch einen – bitte baldigen, Frau Lüscher! – städtebaulichen Wettbewerb nicht aus.

Carsten Meyer, Berlin-Prenzlauer Berg

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