Meinung : Integration à la ZDF

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Jetzt macht das ZDF Ernst, öffentlich-rechtlich Ernst. Das Zweite kündigt eine Programmoffensive zu Integration und Migration an. Da wird Volkshochschul-Fernsehen heraus kommen, ehrenwert in der Absicht, ausgestrahlt in der späten Nacht oder am frühen Sonntagmorgen. Mehr noch zu fürchten ist die Perspektive: Hallo, lieber Herr Migrant, wie geht es uns denn heute? Der Zuwanderer als Objekt der Berichterstattung – das wird eine nach allen Seiten abgesicherte, eine fürsorgliche Fernsehbelagerung. Ob die beim ZDF die „Popstars“ im verachteten Privatprogramm von Pro 7 gesehen haben? Bei diesem Casting-Spektakel haben Migrantinnen abgeräumt: Eine Marokkanerin und eine Türkin und die Tochter einer Deutschen und eines Italieners bilden seitdem die Mädchenband „Monrose“. Senna und Bahar konnten wie Mandy gewinnen, sie konnten verlieren, sie standen nur für sich, für ihre Persönlichkeit und ihre Leistungsbereitschaft. Und zwar in der Prime Time, um 20 Uhr 15. Das zog satte Quoten und keinerlei Diskussion nach sich, ob und wie Migrantinnen im deutschen Fernsehen auftreten dürfen. Es hatte etwas Leichtes, Selbstverständliches, Alltägliches. Und nichts Gutgemeintes. jbh

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