Meinung : Internationales Aufsehen

„Hände weg vom ICC“ vom 20. Februar

Ich befürchte, dass die Messegesellschaft die Überschrift „Hände weg“ wörtlich nimmt und keine Hand rührt, um einer drohenden Verrottung vorzubeugen. Offenbar hat sie vergessen, dass es mit diesem Haus und seinem legendären Chef Peter Haupt mit dem Weltbank-Kongress gelungen war, internationales Aufsehen für Berlin zu erregen. Ein Vergleich mit dem „Palazzo Prozzo“ ist nicht hilfreich, weil „Erichs Lampenladen“ keinerlei kommerziellen Zwecken dienen sollte, dieser war, wie „Friedrich der Große“ gesagt haben würde, eine „Fanfaronade“, die der Welt vorgaukeln sollte, dass die DDR zu derartigen Bauleistungen fähig war. Das ICC hingegen war zweckgerichtet eine notwendige und höchst erfolgreiche Investition in die Infrastruktur der Stadt. Eine Investition, die sich auch bezahlt gemacht hat, nur muss man nicht die Kosten des Hauses und dessen Einnahmen gegeneinander aufrechnen, sondern berücksichtigen, dass jeder Kongress eine Vielzahl von Teilnehmern nach Berlin bringt, die wiederum Geld in Hotels, Restaurants und Läden lassen, das der Wirtschaft der Stadt zugutekommt. Diese „Kollateral-Gewinne“ bleiben in der Diskussion in der Regel unbeachtet, weil sie naturgemäß nicht konkret beziffert werden

können.

Diese Fakten sind in der nun erneut beginnenden Diskussion von größerer Wichtigkeit als die – verständlichen – Erinnerungen von Nostalgikern, die sich an schöne und denkwürdige Stunden im ICC erinnern. Auch ich gehöre dazu und denke an die vielen, erfolgreichen Existenzgründertage, die ich mitgestalten durfte. Bleiben Sie engagiert für die bessere Lösung, eine Restaurierung, die nach Auskunft der Architekten sowohl gestreckt wie auch unter laufendem Betrieb vorgenommen werden kann, was für die Kostenfrage nicht unerheblich sein wird.

Dr. jur. Jürgen J. Matthias,

Berlin-Zehlendorf

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