Internetnutzung : Nonliner

Die gute Nachricht ist: Deutschland ist onliner denn je. 76,5 Prozent der Deutschen sind im Internet. Der Bundeswirtschaftsminister sieht das Land deshalb auf einem „guten Weg in die digitale Gesellschaft“. Ein Blick auf die Details zeigt allerdings, dass die digitale Spaltung weiter besteht. Abgehängt sind noch immer die über 70-Jährigen, die weniger Gebildeten, die Arbeitslosen, die Ostdeutschen. Mit der Technik hat das vor allem noch in Ostdeutschland zu tun. Dort haben weiterhin ganze Landstriche keinen schnellen Internetanschluss. Die meisten „Nonliner“ aber sind vor allem skeptisch. Sie haben Angst um ihre Daten oder ihnen erschließen sich die Vorteile nicht. Das zeigt sich auch bei der Intensität der Nutzung. Online ist zwar jeder, bei vielen aber geht das Surfen kaum über gelegentliches Googeln hinaus. Für die Politik heißt das zweierlei. Zum einen muss sie beim Breitbandausbau endlich ihre Versprechen halten. Zum anderen müssen Netzeuphoriker möglicherweise ihre Erwartungen senken. Der volldigitale Bürger, der sich online politisch beteiligt, Petitionen schreibt und über Schlaglöcher berichtet, ist weiterhin rar. Und wird es wohl auf Jahre bleiben. as

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