Meinung : Irak: Nichts Wichtigeres zu tun ?

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Zum zweiten Mal in dieser Woche haben amerikanische Flugzeuge Irak bombardiert. Begründung: der irakische Präsident sei eine "regionale Bedrohung". Die war er vielleicht mal und könnte sie eines Tages auch wieder sein - im Augenblick stellt er sicher keine Gefahr für die Region dar. Stattdessen setzen die USA ihr Ansehen in der arabischen Welt weiter aufs Spiel. In Irak spielen sie den starken Mann, aber aus dem Palästina-Konflikt halten sie sich fein heraus. Dabei geht hiervon eine viel größere Bedrohung für die Region aus. Stutzig machen müsste Washington, dass mittlerweile auch sein Hauptalliierter in der Region, Saudi-Arabien, die Nahostpolitik der USA offen kritisiert. Der Kronprinz lehnt einen Besuch in den USA ab, solange die USA nicht Druck auf Israel ausüben und kürzlich dementierte der Golf-Staat die US-Meldung, Irak hätte im saudischen Luftraum operiert: Das von den USA aufgebaute Schreckensszenario Irak trägt Saudi-Arabien nur noch bedingt mit. Doch Bush scheint davon nichts mitzubekommen. Angeblich lässt sich seine Außenpolitik ganz pragmatisch von den Interessen der USA leiten. Doch zumindest gegen die Interessen in der arabischen Welt verstößt der US-Präsident mit jedem Tag, an dem er Irak bombardiert und dem unheilvollen Treiben im Nahostkonflikt weiter zusieht.

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