Irak und Afghanistan : Wer geht, verliert

Möglicherweise hat sich US-Präsident Barack Obama mit Afghanistan und dem Irak fürchterlich verrechnet.

Michael Schmidt

Irak – das war Bäh. Das war Bush. Das war der Krieg seines weltweit unbeliebten Vorgängers. Des neuen US-Präsidenten Krieg sollte der Konflikt in Afghanistan sein. Dem Land am Hindukusch gilt Obamas Aufmerksamkeit. Dort sollen die US-Truppen ihre Anstrengungen konzentrieren, dorthin sollen Milliarden für den Wiederaufbau fließen. Denn dort, das ist Obamas Credo, muss der Auftrag aus der Zeit nach dem 11. September erfüllt und die Welt vor Anschlägen durch radikale Islamisten geschützt werden.

Nun aber macht ihm die Wirklichkeit einen Strich durch die Rechnung. Der Plan, bis 2010 die Kampftruppen aus dem Irak abzuziehen, um jene in Afghanistan verstärken zu können, ist aufgegangen im Rauch der Anschlagsserie von Bagdad. Er hat sich als das erwiesen, was er wohl schon immer war: mehr von Hoffnung getragen denn von Realitätssinn. Das Zweistromland ist eben nicht befriedet.

Die vielen Toten vom Mittwoch könnten zum abschreckenden Beispiel dafür werden, was passiert, wenn internationale Truppen voreilig, weil vorzeitig abziehen – ohne dass einheimische Polizei und Armee tatsächlich in der Lage sind, für Sicherheit zu sorgen.

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