Irakgeisel frei : Erzwungene Nachricht

Sie kennen uns. Sie haben Macht über uns. Sie können uns Angst einjagen. Das haben die irakischen Terroristen mit der Freilassung von Hannelore Krause erneut bewiesen. Weil sie weiterhin deren Sohn gefangen halten, konnten sie die Mutter erpressen, öffentlich den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu fordern. Ziel erreicht: Die Zeile „Freigelassene Deutsche bittet um Abzug aus Afghanistan“ wird nun heute in der einen oder anderen Variante auf vielen Titelseiten stehen. Sind die Medien also bloß willige Verstärker von Terrorbotschaften? Nein, nicht unbedingt. Sie müssen die einstürzenden Türme des World Trade Centers ebenso zeigen wie andere Anschlagsfolgen, und in diesem Sinne ist auch eine Mutter, die um das Leben ihres Kindes fleht, eine Nachricht. Damit verbunden ist freilich die Pflicht, über die Hintergründe aufzuklären. In einem bestimmten Maße können Terroristen bestimmen, welche Bilder wir sehen und welche Schlagzeile wir lesen. Aber unser Denken beherrschen sie erst dann, wenn wir es zulassen. Geiselnehmer dürfen niemals über deutsche Außenpolitik mitentscheiden. Dieser Grundsatz muss stets stärker sein als jedes Mitgefühl. mal

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