Iran und Atomkraft : Frechheit siegt

Buschehr stärkt den Iran in dem Glauben, mit Aggressivität und Beharrlichkeit lasse sich jede internationale Blockade brechen.

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Der Iran triumphiert, der Westen beißt sich auf die Lippen. Nichts an dem Atommeiler Buschehr verstößt gegen internationale Verträge. Keine der UN-Sanktionen bezieht sich auf den Bau am Persischen Golf. Und trotzdem sendet Russlands Entscheidung, den Reaktor wenige Wochen nach der vierten Embargoresolution anzufahren, politisch ein völlig falsches Signal. Jahrelang hat Moskau die Übergabe verzögert. Keine Ausrede war zu abwegig, um dieses technisch-politische Faustpfand gegenüber Teheran weiter in der Hand zu behalten. Plötzlich nun musste alles ganz schnell gehen, obwohl Dmitri Medwedew dem iranischen Präsidenten gerade erst ungewöhnlich scharf die Leviten gelesen hat. Der Kremlchef ist überzeugt, dass Teheran parallel zu Buschehr die Atombombe anstrebt. Und trotzdem unterläuft Moskau demonstrativ die neue Entschlossenheit des UN-Sicherheitsrates, den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Aus westlicher Sicht hat die Islamische Republik künftig ein gutes und ein schlechtes Nuklearprogramm. Das sieht Teherans Führung anders. Sie fühlt sich in dem Glauben gestärkt, mit Aggressivität und Beharrlichkeit lasse sich jede internationale Blockade irgendwann brechen. Und sie ist sicher, dass Buschehr nur ein Meilenstein ist auf dem Weg zur vollen Atommacht.

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