Iran und der Westen : Charmant, charmant

Den Holocaust leugnen? Wir doch nicht! Juden in aller Welt zu ihrem Neujahrsfest gratulieren? Selbstverständlich und gerne! Auf Konfrontationskurs mit dem Westen? Da gibt es sicherlich bessere Wege! Die Töne, die derzeit aus dem Iran zu hören sind, klingen nach einer veritablen Charmeoffensive. Irans neue Führung gibt sich derzeit reichlich Mühe, einen guten Eindruck zu machen. Es wird sogar auf verschiedenen Kanälen kommuniziert, man sei an ernsthaften Gesprächen über das Atomprogramm interessiert. Doch nette Worte gehen leicht über die Lippen. Deutlich schwieriger, weil folgenreicher, ist es, Taten sprechen zu lassen. Aber daran wird sich Hassan Ruhani messen lassen müssen. Nur so kann der Gelehrte unter Beweis stellen, dass er kein Wolf im Schafspelz ist oder einer, der sein Gegenüber einlullt. Und selbst, wenn der neue Präsident tatsächlich gewillt sein sollte, den Iran durch Kompromissbereitschaft aus der Isolation zu befreien – dann heißt dies noch lange nicht, dass es auch dazu kommt. Noch hat Revolutionsführer Ali Chamenei in wichtigen Fragen das letzte Wort. Der hat bisher den Hardliner gegeben und Israel mehrfach als „zionistisches Regime“ verteufelt. Also Vorsicht vor den neuen Tönen. Sie können täuschen. Ch.B.

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