Meinung : Irgendwo in Afrika

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Die Bundeswehr soll nach Sudan. Ein kleines Häufchen von bis zu 75 Mann, Stabsoffiziere, unbewaffnete Militärbeobachter. Einsatzgebiet wird nicht die aktuelle Krisenregion Darfur, sondern eine ehemalige Krisenregion: das Grenzgebiet zwischen Nord und Südsudan, jahrzehntelang Schauplatz eines von der Welt vergessenen Bürgerkriegs. Inzwischen ist ein Frieden ausgehandelt, die Weltgemeinschaft, die afrikanischen Staaten vorweg, will ihn sichern und überwachen – eine klassische UN-Blauhelmaufgabe also. Derlei humanitäre Einsätze galten vor gar nicht so vielen Jahren noch als einzig legitimer Einsatz unserer Armee im Ausland. Vor lauter Verteidigung am Hindukusch sind sie heute fast in Vergessenheit geraten. Ein bisschen in Vergessenheit geraten ist auch, dass sie genauso gefährlich sein können – der erste deutsche Tote im Auslandseinsatz war ein UN-Soldat in Kambodscha. Das alles ist nicht weiter zu beanstanden, ja es steht gerade uns Multilateralisten gut an, den UN zu helfen. Aber der Bundestag hat gut daran getan, den Auftrag genau zu lesen. Da ist davon die Rede, dass einige der Deutschen gegebenenfalls zur Unterstützung der – ebenfalls wesentlich von afrikanischen Staaten getragenen – Darfur-Friedenstruppe abgestellt werden können. Ebenfalls nicht als Bewaffnete, ebenfalls als Stabs- und Logistikspezialisten. Der Bundestag hat darauf bestanden, dass er davon sofort erfährt. Vielleicht eine überflüssige Vorsorge. Aber je ferner uns solche Konflikte liegen, umso besser ist Kontrolle. bib

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