Ironischer Auftritt? : Diepgen zu Gast in Henkels Wahlspot

Im neuen Wahlspot der CDU schaut ein Berliner Marathon-Bürgermeister kurz vorbei - Eberhard Diepgen. Man muss den Blick sehen, den er auf den Kirschen essenden Frank Henkel wirft.

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Was macht der denn da? Eberhard Diepgen (li.) huscht kurz durchs Bild, als Frank Henkel eine Kirsche isst.
Was macht der denn da? Eberhard Diepgen (li.) huscht kurz durchs Bild, als Frank Henkel eine Kirsche isst.Screenshot: Wahlwerbespot der Berliner CDU auf YouTube

Die Idee geht wohl auf den Regisseur Alfred Hitchcock zurück: Unverhofft und nur für Sekunden ist im Film eine bekannte Person zu sehen, die nicht dort hingehört. Hitchcock soll so Statistenrollen gespart haben, indem er selbst den Komparsen machte. „Cameo“ nennt man das, wer weiß warum. Der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger trat in der Serie „Denver Clan“ auf und beförderte die Verpoppung der Politik eine Umdrehung weiter. Arnie Schwarzenegger will nach seiner Zeit als Gouverneur von Kalifornien wieder Filme produzieren – Pop, Politik und Terminatorentum in einer Person.

Der CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel geht einen neuen Weg. Sein Internet-Werbefilm wird beworben mit dem „überraschenden Auftritt eines bekannten Gesichts“. Und wirklich: Während Henkel an einem Obststand eine Kirsche schlemmt, geht hinter ihm – Eberhard Diepgen vorbei. Eberhard Diepgen! Marathon-Bürgermeister zwischen 1984 und 2000, Verkörperung des Seriösen. Man muss den Blick sehen, den er auf Henkel und seine Kirschen wirft. Wenn das mal nicht ironisch ist.

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