Islamkonferenz : Etwas schleierhaft

Mit der Auswechslung der Teilnehmer sind die Erwartungen in der Islamkonferenz gestiegen. Die islamischen Verbände werden sich nicht länger abspeisen lassen.

Ferda Ataman

Er will schnelle Ergebnisse. Innenminister Thomas de Maizière übernimmt die Hülle von Wolfgang Schäubles Prestigeprojekt, der Islamkonferenz, den Inhalt aber will er nicht. Alle bisherigen Teilnehmer auf nichtstaatlicher Seite werden ausgetauscht, allein drei von vier islamischen Dachverbänden bleiben. Ohne die alten Streithähne soll weniger diskutiert und endlich zur Sache gegangen werden. Doch ob die neue, durchaus interessante Runde in den nächsten Jahren zu Ergebnissen kommt, ist fraglich. Die erste Runde hat nach drei Jahren nur mit großen Kompromissen gemeinsame Leitlinien festgeschrieben. Auf diesem wackligen Fundament will de Maizière nun über komplexe Fragen wie bekenntnisorientierten Islamunterricht, die Anerkennung als Religionsgemeinschaft und Imamausbildungen diskutieren. Aber nicht nur beim Minister, auch bei den Verbänden sind die Erwartungen gestiegen: Sie wollen sich nicht länger mit fünf Minuten Redezeit und einem Fototermin im Kanzleramt abspeisen lassen. De Maizière muss klar sein: Die wahren Debatten beginnen jetzt erst, und sie werden lange dauern. Vermutlich länger als weitere drei Jahre.

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