Meinung : Israels Botschaft ist für alle Israelis zuständig

„Hungern für das Leben / Vor Israels Botschaft fordert ein Palästinenser sein Recht“ von Richard Szklorz vom 31. August

Der Autor behauptet in seinem Beitrag zum Fall Firas Maraghy, dass deutsche Politiker bisher erfolglos an israelische Behörden appellieren, ihren Ermessensspielraum zu nutzen und eine pragmatische Lösung herbeizuführen. Tatsächlich hat die israelische Botschaft in den vergangenen Wochen eine Reihe von pragmatischen Vorschlägen unterbreitet. Einer davon ist das außergewöhnliche Angebot an Maraghy, sich in Israel mit dem Leiter der Einwohnermeldebehörde zu treffen, also dem ranghöchsten Vertreter des israelischen Innenministeriums, der mit diesem Thema befasst ist. Zu unserem Bedauern hat Firas Maraghy bisher alle Vorschläge systematisch abgelehnt.

Weiterhin entsteht der Eindruck, dass die Botschaft Firas Maraghy nicht geholfen hat, weil er Araber ist. Das stimmt nicht. Maraghy ist Einwohner von Ostjerusalem. Als solcher könnte er jederzeit israelischer Staatsbürger werden. Er hat sich dagegen entschieden. Wäre er Staatsbürger, wäre die Botschaft für sein Anliegen zuständig – da sie selbstverständlich für alle Staatsbürger – jüdische wie arabische – zuständig ist. Als Einwohner muss er sich nach israelischer Rechtslage jedoch an die Behörden in Jerusalem wenden.

Dass der Autor ausdrücklich erwähnt, jüdisch zu sein, macht ihn in meinen Augen nicht zwangsläufig zu einer moralischen Instanz in dieser Angelegenheit. In jedem Fall ist es bedauerlich, dass er sich nicht im Vorfeld bei der Botschaft über unsere Sicht der Dinge informiert hat.

Yinam Cohen, Sprecher der Botschaft des Staates Israel, Berlin-Schmargendorf

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