IWF und Griechenlandhilfen : Zu späte Erkenntnis

Die schärfsten Kritiker der  Elche waren früher selber welche. Oder ist es schlicht Selbstkritik, wenn der IWF der Griechenlandpolitik der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB Misserfolge attestiert? Wohl weniger. Die in Washington sitzende Organisation mosert vor allem über den hohen Abstimmungsbedarf mit den Euro-Ländern. Das kann man sich vorstellen, die große Politik mit Angela Merkel an der Spitze fiel lange Zeit vor allem durch Irrlichtereien und populistisches Geplapper über faule Griechen auf. Entscheidend für die Beruhigung der Krise war die EZB. Erfolgreich war indes auch sie nicht, wie der Blick ins Land zeigt: Seit 2009 hat sich die Arbeitslosenzahl in Griechenland verdreifacht. Die von der Troika verordnete Medizin hat den Patienten umgebracht. Höhere Steuern und geringere Löhne und Renten gaben der Konjunktur den Rest; der Schuldenstand ist trotz Schuldenschnitt nicht zu tragen für ein Land, das seit sechs Jahren in der Rezession steckt. Natürlich haben sich die Griechen das selbst eingebrockt und mit halbherzigen Reformen zu spät dagegengehalten. Aber die Helfer haben auch versagt, indem sie sich auf das Spardiktat für Athen und die Risikominimierung für den Euro beschränkten und dabei die Perspektive für die Griechen vergaßen. alf

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