Meinung : Japan in der Krise: Mit dem Kopf gegen die Wand

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In den 80er Jahren galt Japan noch als wahres Wirtschaftswunder. Beständig hohe Wachstumsraten, Vollbeschäftigung, Innovationen und ein beispielloser Börsen-Boom machten die Japan AG zum Vorbild. So gut wie nichts ist davon geblieben. Zwar hat sich das Land ausländischen Investoren stärker geöffnet, und auch die Konsumenten profitieren von mehr Wettbewerb. Aber Stagnation, Arbeitslosigkeit und immer höhere Staatsschulden prägen das Erscheinungsbild. Weder teure Konjunkturprogramme noch Geld zum Nulltarif vermochten Unternehmer und Verbraucher aus der Reserve zu locken. Auch den Investoren fehlt der Glaube an die Zukunft, wie die Börsenflaute zeigt. Die Situation ist heikel, weil die Konjunkturflaute in den USA die Export-Nation zusätzlich in Bedrängnis bringt und mithin die gesamte asiatische Wirtschaftsregion. Doch wieder einmal steckt die Regierung in Tokio den Kopf in den Sand, denkt nur an kurzfristige Bilanzkosmetik, anstatt den eigenen Laden konsequent aufzuräumen und mit Nachdruck für echte Reformen einzustehen.

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