Meinung : „Jede Stimme für die NPD …

Frank Jansen

…ist ein Schlag ins Gesicht der Regierenden.“

Holger Apfel wirkt harmlos. Der Mann sieht nicht aus wie ein Neonazi, mit seiner Leibesfülle könnte Apfel auch den gemütlichen Currywurstbrater um die Ecke geben. Selbst der fusselige Vollbart ist inzwischen abrasiert. Doch der vermeintliche Biedermann ist einer der aggressivsten geistigen Brandstifter der NPD. Und jetzt Mitglied in gleich zwei sächsischen Parlamenten. Am Sonntag kam er als Spitzenkandidat der NPD in den Landtag, bei den Kommunalwahlen im Juni zog Apfel in den Stadtrat von Dresden ein – wo er, wild auf Radau, in der konstituierenden Sitzung die Abschaffung des Ausländerbeirats verlangte.

Die NPD scheint Apfels Lebensinhalt zu sein. Der 33-Jährige trat 1989 der Partei und ihrer Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ bei. Seit acht Jahren lebt Apfel auch von der NPD. 1996 stieg er beim „Deutsche Stimme Verlag“ ein, der die Parteipublikationen herstellt und vertreibt. Apfel ist heute Verlagschef und stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD. Den Mangel an Charisma versucht er durch martialische Sprüche wettzumachen. Bis hin zum Aufruf, die Demokratie gewaltsam zu beseitigen.

„Seien wir des hohen Blutzolls bewusst, den unsere Väter und Großväter im Kampf um Deutschland geleistet haben. Nehmen wir uns ein Vorbild. Kämpfen wir wie sie“, rief Apfel im Juni 2002 bei einem NPD-Marsch in Leipzig. Da ist es wörtlich zu nehmen, wenn Apfel den Regierenden Schläge ins Gesicht androht.

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