Meinung : Jesus, Herr Jauch!

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Endlich mal wieder eine bedeutende Umfrage. Wer ist Ihr Vorbild? hat Forsa gefragt, und nach den üblichen Verlegenheitsantworten und Notlügen (Vater, Mutter, Mutter Teresa, Gandhi, Mandela) platziert sich Jesus Christus auf Platz 9, gefolgt von Günther Jauch. Da ist nichts gegen zu sagen, denn der Mann ist fleißig, sparsam, erzieht seine Kinder mit fester Hand und macht garantiert nie den haarsträubenden Fehler, in die Politik zu gehen. Denn dort hätte er sich bestenfalls mit Genscher (Platz 18), Willy Brandt (19) und Helmut Schmidt (20) zu messen, ein Abstieg allemal. Als Religionsstifter aber würde er, wie man aus der Tabelle erkennen kann, leicht weiter aufsteigen, so etwa in Richtung Gandhi, zumal Jesus trotz seines Auferstehungsvorteils zurzeit doch eher geringe Einschaltquoten bringt. Endlich Spaß beim Beten! „Vater unser, der du bist a) im Himmel, b) im Studio, c) im Programmbeirat, d) in der Werbepause“? Endlich knackige, lebensnahe Gebote wie „Du sollst deinen Telefonjoker nicht unnütziglich anrufen“, endlich die Möglichkeit, in schwierigen Lebenslagen das Publikum um Rat zu fragen. Überdies wäre es ein Bonus für gläubige Jauchisten, dass sie sich für bescheidene 69 Cent pro Anruf jederzeit zur Audienz anmelden können. Die Sendung wird dann pragmatisch in den Kölner Dom verlegt.

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