Meinung : Jetzt erst recht nicht!

Reisebeilage vom 10. Juni

Gerade vom Urlaub auf der Insel Kreta zurück, habe ich mich über die Berichte sehr gefreut. Ist es doch gerade das, was dieses geschlagene Land jetzt braucht: Eine objektive Berichterstattung, die uns Deutschen das Vertrauen gibt, auch zukünftig dieses sehens- und liebenswerte Land zu bereisen. Denn wo auf dieser Welt drückt einem der Autovermieter am Flughafen von Heraklion noch eine Flasche Olivenöl in die Hand? Wo kann man, trotz der angespannten politischen und wirtschaftlichen Situation, Lebensfreude pur beim traditionellen Dorffest oder – ganz aktuell – beim Matala-Hippie-Festival 2012 erleben und darin eintauchen? Wir dürfen nicht vergessen: Die Milliarden Euro, die Griechenland von der EU erhält, sind nahezu ausschließlich für die Schuldentilgung vorgesehen, für die der griechische Staat verantwortlich zeichnet. Der einzelne Grieche aber trägt die Hauptlast des finanziellen Debakels, indem er Benzinpreise von 1,75 Euro pro Liter, einen Mehrwertsteuersatz von 13 Prozent auf Lebensmittel (bei uns: 7 Prozent) und Hypothekenzinsen von 6 Prozent (bei uns: 2,5 Prozent) bezahlt.

Wir sollten daher unseren südeuropäischen Nachbarn keinesfalls im Stich lassen, erst recht nicht bei der Auswahl des diesjährigen Urlaubsziels!

Harald Wolff, Berlin-Lichtenrade

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