Juan Carlos : Heute ein König

Spaniens König hat sich mit seiner Rüge für Hugo Chavez den Respekt des ganzen Landes erworben - auch, weil er den Konservativen Aznar verteidigt hat, den er gar nicht leiden konnte. Damit erweist sich Juan Carlos wieder einmal als überzeugender Demokrat.

Stephan-Andreas Casdorff

Na, das war doch mal eine Aktion, wie sie die stolzen Spanier lieben. Ihr König wird dermaleinst ins Geschichtsbuch eingehen, das sowieso, aber vor allem mit zwei Aktionen. Einmal hat Juan Carlos Putschisten als junger Spund die Stirn geboten. Und jetzt hat er Hugo Chavez, dem venezolanischen Möchtegern-Castro, das Wort verboten. Nicht, wie es jetzt hier steht, sondern mehr hemdsärmelig, nach dem Motto: Klappe halten. Wie er vorgeschnellt ist von seinem Sitz auf dem Treffen, wie eine Muräne (so lautete eine Beschreibung) –, das prägt sich jedermann ein. Nun werden die Spanier, ob Katalanen oder andere, keine Fotos von ihm mehr ankokeln, sondern ihm Respekt zollen. Denn „Cochones“ hat er gezeigt, so nennt man das wohl, und so spielen es Spaniens Zeitungen sogar in Überschriften an. Noch dazu hat Juan Carlos einen Premierminister verteidigt, den Konservativen Aznar, den er gar nicht leiden konnte, weil der so hochfahrend war. Das ist wirklich demokratisch, oder? So wünscht Mann sich das Staatsoberhaupt. Das Diplomatische hat El Rey Senor Zapatero überlassen. Es war ja auch irgendwie an der Zeit, dass Chavez mal einer sagt, was Sache ist. Wo der doch dazu neigt, statt auch mal zuzuhören, revolutionäre Lieder zu singen.

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