Jürgen Emig : Einer wie alle

Warum der Sport im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auch nach dem Emig-Urteil in der Stickluft der Düngemitteldrittmittel bleibt.

Joachim Huber

Sollte jemals auch nur eine Partei auf die Idee kommen, dass sie ARD und ZDF für die Bilder und Töne vom Parteitag zahlen lässt – dann wäre der öffentlich-rechtliche Teufel los. Partei im Verschiss, Demokratie kaputt, Weltuntergang. Ein Parteitag ist eine Nachricht, und wer Nachrichten mit Geld in Zusammenhang bringt, der ist ein schlimmer Finger. Jürgen Emig war nicht Chefredakteur des Hessischen Rundfunks, er war dessen Sportchef, er hat einen Zusammenhang zwischen Sportfernsehen und geldwerter Leistung gesehen. Kräftig hat er von den Veranstaltern genommen und den HR profitieren lassen. Ein schwarzes Schaf in der blütenweißen Herde? Der Sport im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – von Film und Showunterhaltung ganz zu schweigen – bleibt auch nach dem Emig-Urteil in der Stickluft der Düngemitteldrittmittel. Sport produziert keine Nachrichten, sondern nur Emotionen. Eine grandios naive These. So naiv wie die Erwartung, dass Sport ohne Geld funktioniert. Und wenn ARD und ZDF das Geld aus dem Sport nicht halten können, dann müssen sie fremdes Geld aus dem eigenen Programm halten. Sonst machen sie den Emig.

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