Jugendschutz in Berlin : Leer-Stellen

Vier Kinder-Verwahrlosungsfälle registrierte die Polizei vergangenes Wochenende in Berlin. Tendenz steigend: Im Vorjahr waren es 751 gemeldete Fälle, 29 Prozent mehr als 2006. Der Senat hat darauf reagiert, vor einem Jahr das Netzwerk Kinderschutz gegründet und viel versprochen: pro Bezirk je zwei zusätzliche Stellen im Jugendamt und im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. Macht 48 Stellen für den Kinderschutz. Doch diese Stellen stehen bloß auf dem Papier, geschaffen wurden sie bisher nicht. Erst als die Jugendstadträte Druck machten, bewegte sich etwas: Jugendsenator Zöllner sagte jetzt zu, dass bis zur Sommerpause 24 Stellen im Jugendbereich geschaffen werden. Leer gehen weiter die Gesundheitsverwaltungen aus: Senatorin Lompscher bastelt noch am Konzept. Zudem müssen die Bezirke immer mehr Aufgaben wie verpflichtende Hausbesuche übernehmen. Für die Politik, die Rot-Rot in Sachen Kinderschutz betreibt, gibt es ein bayrisches Wort: halbscharig, also halbherzig. Für die betroffenen Kinder ist diese Politik fahrlässig. sib

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